Stimmungsvoller Auftakt der Ortsgespräche 2026/2027
Herbstes Freuden - Herbstes Trauer
Zum Start der Ortsgespräche 2026/2027 stand am 30. Oktober ein ganz besonderes Ortsgespräch an. Erstmals war ein kulturelles Thema Anlass der Einladung zu der uns die beiden Protagonisten Elmar Schneider (Rezitation) und Renate Grunau (Bild und Ton) mit Gedichten, Bildern und Musik in den Herbst zu geleiten versprachen.
Das Reinsdorfer Bienenhaus, dessen wohlig-warmes Ambiente die nasskalte Witterung schnell vergessen ließ, konnte als Veranstatlungsort passender nicht sein. Anika Brockmann, die den Abend mit ihrer Vorstandskollegin Uda Hoops vorbereitet hatte, begrüßte dazu einen „kleinen, aber erlesenen Kreis“.

Klassiker, Querflöte und melancholische Motive
Passend zur Jahreszeit standen Herbstgedichte auf dem Programm. Elmar Schneider eröffnete den Abend mit zwei frei rezitierten Gedichten. Schmunzelnd fügte er hinzu, dass er im weiteren Verlauf „doch gezwungen sei, das eine oder andere Mal auf seine Vorlagen zu schauen“.
Musikalisch untermalt wurde der Vortrag von Renate Grunau. Mit klassischen und modernen Elementen – von Vivaldis „Herbst“ über Bach bis hin zu Frank Sinatras „Fly me to the Moon“ – und ihrer Begleitung auf der Querflöte sorgte sie für eine stimmungsvolle Atmosphäre. Parallel an die Wand geworfene herbstliche Motive ließen die Zuhörerschaft tief in die melancholische Jahreszeit eintauchen.
Der lyrische Bogen spannte sich von den Klassikern Goethe, Rainer Maria Rilke und Theodor Storm bis hin zu Hoffmann von Fallersleben („Stolz die Blumen heut ihr Haupt erheben...“). Aber auch zeitgenössische Lyriker fanden Gehör: Ein Gedicht von Peter Frank über Berlin-Köpenick zeigte eine ganz andere Facette dieser bunten Jahreszeit.
Ein perfektes Zusammenspiel von Rezitation und Musik
Nach einer kurzen Pause nahm Elmar Schneider wieder Platz an seinem von einer kleinen Leselampe beleuchteten Tischchen. Mit angenehm modulierter Stimme entführte er die Zuhörer in trüb-dunkle Landschaften und erinnerte durch ausdrucksvolles Vortragen an die Vergänglichkeit der Natur, aber auch an ihr Wiedererstarken im Frühjahr. Dabei wurde er stets wirkungsvoll von Renate Grunau umrahmt – ein perfektes Zusammenwirken von Rezitation und Musik.
Zum Abschluss rückte der Erntedank in den Fokus. Neben Äpfeln, die in unserer Region stets eine große Rolle spielen, wurde auch den Birnen ein lyrisches Denkmal gesetzt: Theodor Fontanes „Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland“. Als Elmar Schneider – wunderbar in Szene gesetzt – fragte: „Junge, wiste 'ne Beer?“, sah man, wie sich in der Zuhörerschaft unbewusst so manche Lippen mitbewegten und ein Lächeln über die Gesichter huschte.
Unser herzlicher Dank gilt Renate Grunau und Elmar Schneider, die den Abend als Vereinsmitglieder ohne Gage gestaltet und uns großzügig an ihrer künstlerischen Expertise haben teilhaben lassen. Langanhaltender Applaus machte deutlich: Es war ein wunderbarer Abend!
Nils Mädler, Oktober 2026