Wasser-Forschungsprojekt im „Kleinen Riesen“

Gut besuchtes Ortsgespräch

Der Heimatverein Apelern hatte am 28.11.25 das letzte Mal in diesem Jahr zum Ortsgepräch im DGH Apelern eingeladen: Dr. Matthias Beyer, Leiter des Forschungsteams der TU Braunschweig (Institut für Geoökologie), berichtete über das Wasserforschungsprojekt am „Kleinen Riesen“ in Apelern.…

Über 40 Zuhörerinnen und Zuhörer

Über 40 Zuhörerinnen und Zuhörer hatten sich eingefunden und nach einer kurzen Begrüßungsansprache durch die 1. Vorsitzende Anika Brockmann, begann Dr. Beyer mit der Vorstellung des Forschungsteams, das sich seit 2022 im Apelerner Waldstück mit der Vitalität des Waldes und der damit verbundenen Wasserversorgung beschäftigte.

Zu Beginn des Vortrages wurde erläutert, wie die Wälder unser Klima regulieren und durch sich ändernde Bedingungen größerem Stress unterliegen. Darin waren sich alle Anwesenden einig: Bedingt durch steigende Temperaturen bei gleichzeitig geringeren Niederschlagsmengen und deutlich mehr auftretenden Wetterextremen, müssen die Ökosysteme „Wälder und Felder“ in Zukunft vielfältiger und damit resilienter werden (mehr Arten, Agroforstwirtschaft, Mischwälder).
Langfristige und nachwirkende Schäden durch vermehrte und lang anhaltende Dürreperioden (Legacy-Effekte) sind aktuell in vielen Wäldern zu beobachten; Schädlinge und Krankheiten setzen den Bäumen immer mehr zu.

Was wurde untersucht?

Um zu untersuchen, wie es den Mischwäldern nach den Dürreperioden der vergangenen Jahre ergeht, wandten die Wissenschaftler unterschiedliche geophysikalische Methoden an: mithilfe des Bodenfeuchtemonitoring konnte festgestellt werden, wie hoch die Wasserverfügbarkeit im (Wald-)Boden ist; durch das gezielte infiltrieren von Wasser gelang es dem Forscherteam, Erkenntnisse über die Umverteilung des Wassers im Boden zu erhalten. Auch wurde untersucht, welche Baumarten ihr Wasser aus wieviel Metern Tiefe bezogen.

Beispielsweise gelang es der Eiche als typischer Tiefwurzler, das Wasser im Kleinen Riesen aus einer Tiefe zwischen 3 und 5 Meter zu ziehen. Buche und Esche hingegen waren auf Wasser aus den oberen Bereichen angewiesen. Verschiedene Parameter, die auf Stresssituationen im Jahresverlauf hindeuten, zeigten die Unterschiede der einzelnen Baumarten, mit den gegebenen Situationen zurecht zu kommen – oder eben an Vitalität zu verlieren.

Und was können wir daraus schließen?

Zum Ende des kurzweiligen Vortrags erklärte Dr. Beyer, dass sich das Ökosystem am „Kleinen Riesen“ im Untersuchungszeitraum bis heute durch eine „gute Mischung“ unterschiedlicher Baumarten und die reichlichen Niederschläge Ende 2023 und zu Beginn 2024 langsam aber stetig erholt hat. Er wies dennoch darauf hin, dass durch Wetterextreme das offene und dynamische System „Wald“ nach wie vor vulnerabel sei.
„Wir als Wissenschaftler können nur analysieren und Ergebnisse und Fakten darstellen; was daraus folgt und welche Konsequenzen aus diesen aufbereiteten Daten zu ziehen sind, müssen wir unterschiedlichen Institutionen überlassen – hoffentlich zum Wohle der Gesellschaft und der Menschen, die darin leben“, schloss Dr. Beyer.

Eine konkrete Handlungsempfehlung scheint demnach weder möglich noch richtig. Zu verschieden sind unsere Ökosysteme, die zumeist durch den Menschen beeinflusst und kultiviert wurden. Vieles erklären und erforschen zu wollen, liegt sicherlich in der Natur des Menschen. Wobei: Manchmal bleibt weniger mehr und so haben sich viele Systeme schnell erholt und erstaunlich schnell angepasst, wenn wir der Natur wieder Raum für Erholung geben. Die Forschungsergebnisse von Dr. Beyer und seinem Team vor diesem Hintergrund zu betrachten, macht sie umso wertvoller für ein Verstehen, welche Verantwortung wir unserer Natur gegenüber haben.

Präsentation mit Ergebnissen

Für alle, die den Abend nicht dabei sein konnten, hat uns Dr. Beyer seine Präsentation zu Verfügung gestellt.

Eindrücke vom Ortsgespräch

Galerie Ortsgespräch 28. November 2025